Trisomie y/11

Titel

Guido grub ein Paar aus, dass durch armlange Scherben zusammengesteckt war. Obenauf lag der Mann. Seine Hose hing unterm Po, ihr Rock war hochgeschoben, ihre Wäsche nicht zu finden.

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Mehr Glas hing in ihrem Haar und steckte in ihrem Gesicht. Mit der freien Hand stemmte sie den Mann von sich weg. Eine unmenschliche Leidenschaft muss in diesem Paar gebrannt haben, sich unter drei ineinander gefallenen Stockwerken tiefer ineinander zu vergraben. Unvorstellbar die Kraft, mit der er sich aufgebäumt hat, um in ihr Becken abzuzittern.

Guido suchte nach weiteren Vergessenen. Er hob Deckenteile zur Seite und schob Bodenplatten aus dem Weg. So schlug er eine flache, steinige Schneise. Einen direkten Weg von dem Liebespaar weg, und zu ihm zurück.

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Vorsichtig nahm Guido das Paar auseinander. Das steifere Bündel legte er ein paar Meter weiter ab. Von hier aus konnte er sie besser sehen: Ihre durch das Glas in drei geschnittenen Schenkel, und das Glitzern auf den Wangen. Splitter die aus dem Haar ins Gesicht gefallen waren. Aber von Nahem besehen lag da nicht mehr als ein Fleischsack. Der Glaseimer. Vermissen würde sie so niemand mehr. Guido grub sie lieber wieder ein.

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