Gefährdung und Ermächtigung

cover_ausgabe2Die zweite Ausgabe des Kieler e-Journals für Comicforschung, Closure, ist letzte Woche erschienen. Darin finden sich zwei meiner Texte: Vielleicht hat der Cyborg sich einfach überlebt ist eine Rezension von Transformers: Autocracy. Es ist die Zusammenfassung aller Gedanken, die ich in den letzten Monaten dazu gesammelt habe. In Closure hatte ich auch die Möglichkeit, Autocracys Fortsetzungen, Monstrosity und Primacy, mitzulesen. Außerdem spekuliere ich über die Bedeutung des Cyborg-Motivs im 21. Jahrhundert. Kieron Gillen (2015: o. S.) schreibt im Mai diesen Jahres: „As many people have noted, the world outside the window is a cyberpunk novel“. Heißt das, die Terminators, Cylons und Transformers sind als Metaphern jetzt überholt? Ist das Bild vom Cyborg nunmehr obsolet?

In meinem zweiten Stück, Gefährdung und Ermächtigung, lese ich Mark Millar & John Romita Jr.s Kick-Ass:

Wie [Bob] Temuka und [Steven] Grant nehme ich die Figur Hit-Girl in den Blick, die schon beim oberflächlichen Lesen eine Faszination ausstrahlt. Auch deshalb, weil sie sich in zweifacher Weise von den übrigen Figuren des Comics abhebt: Sie ist unter den kostümierten Vigilanten die einzige kompetente Superheldin. Damit taugt sie als positive Identifikationsfigur deutlich mehr als der Titelheld Kick-Ass, der ein erbarmungswürdiges Bild abgibt. Dies unterscheidet Hit-Girl andererseits von den übrigen Frauen- und Mädchenfiguren, die allesamt sexistisch verkürzt sind: Zu Sehnsuchtsobjekten und Trophäen, wie sie Lucille und Katie sind; als Opfer sexueller Gewalt; oder als ›Hausmütterchen‹, wie Hit-Girls Mutter.

Gefährdung und Ermächtigung war keine ganz leichte Geburt. Lange hatte ich keine klare Vorstellung davon, was ich sagen und wie ich es ausdrücken wollte. Umso mehr muss ich der Redaktion von Closure danken, allen voran Yanine Esquivel, Gerrit Lembke und Dennis Wegner. Ihre Kritik und ihre Anregungen haben den Aufsatz maßgeblich mitgestaltet.

Kieron Gillen 2015: „Mercury Heat“, in: Kieron Gillen / Omar Francia: Mercury Heat Debut FCBD, o. S.

Illustration © Jan-Christoph Casper-Lahann

Last week, the second issue of Closure, an open access journal for comic studies, went online. There you can find two pieces I wrote a few months back: In Vielleicht hat der Cyborg sich einfach überlebt I give my final statement on Transformers: Autocracy. Think of it as a pointed version of all the thoughts I gathered on my tumblr over the last few months. For Closure, I also acknowledged Autocracy’s sequels, Transformers: Monstrosity and Primacy, by the same creative team of Christopher Metzen, Flint Dille & Livio Ramondelli. Furthermore, I do speculate on the cyborg motif and its value in 21st discourse. „As many people have noted,“ wrote Kieron Gillen (2015) earlier this year, „the world outside the window is a cyberpunk novel.“ Does this mean, that the Transformers, the Terminators, and the Cylons have become obsolete as science fiction tropes? Are there any socially relevant topics left, that would best be addressed through the cyborg metaphor?

In Gefährdung und Ermächtigung, on the other hand, I analyze female agency in Mark Millar & John Romita Jr.’s Kick-Ass-Comics:

Wie [Bob] Temuka und [Steven] Grant nehme ich die Figur Hit-Girl in den Blick, die schon beim oberflächlichen Lesen eine Faszination ausstrahlt, die nicht von der Hand zu weisen ist. Auch deshalb, weil sie sich in zweifacher Weise von den übrigen Figuren des Comics abhebt: Sie ist unter den kostümierten Vigilanten die einzige kompetente Superheldin. Damit taugt sie als positive Identifikationsfigur deutlich mehr als der Titelheld Kick-Ass, der ein erbarmungswürdiges Bild abgibt. Dies unterscheidet Hit-Girl andererseits von den übrigen Frauen- und Mädchenfiguren, die allesamt sexistisch verkürzt sind: Zu Sehnsuchtsobjekten und Trophäen, wie sie Lucille und Katie sind; als Opfer sexueller Gewalt; oder als ›Hausmütterchen‹, wie Hit-Girls Mutter.

Writing on a political topic like female representation in superhero comics was a very gratifying experience, but not an easy endeavor. Early drafts of this article were unfocused and very uneven in quality. I have to thank my editors, Yanine Esquivel, Gerrit Lembke, and Dennis Wegner, for their many great suggestions on how to improve what was already there and where to find what was still missing.

Kieron Gillen 2015: „Mercury Heat“, in: Kieron Gillen / Omar Francia: Mercury Heat Debut FCBD, o. S.

Illustration © Jan-Christoph Casper-Lahann

 

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